Beinpresse oder Kniebeuge im Sprungkrafttraining?

Was ist Besser?

Kniebeuge oder Beinpresse was ist besser? Diese Frage wird von den meisten Fitnesstrainern recht schnell und eindeutig mit "Kniebeuge" beantwortet. Der Grund dafür ist einfach. Die Kniebeuge trainiert eine besonders große Muskelschlinge bestehend aus Beinstrecker und -beuger (quadriceps und biceps femoris), dem großen Geßäsmuskel (glutaeus maximus) und dem Rückenstrecker (erector spinae). Zusätzlich dazu werden weitere Muskelgruppen zum Stützen der Bewegung beansprucht (Beispiel: Bauchmuskulatur, Adduktoren). Aufgrund der großen Muskelschlinge ist die Kniebeuge eine der Übungen im Kraftdreikampf.

 

Und die Beinpresse? Sie trainiert sehr ähnliche Muskeln wie die Kniebeuge. Allerdings handelt es sich um eine geführte Bewegung. Daher ist die Beanspruchung für die stützende Muskulatur wesentlich geringer. Es kann aus diesem Grund aber mehr Gewicht bewegt werden als bei der Kniebeuge. Bei YouTube finden sich Videos, die zeigen wie mehr als 1000 kg bewegt werden.

Vorteile und Nachteile

Kniebeugen haben auch in meinen Augen leicht die Nase vorn, wenn es darum geht, welche Übung die bessere gibt. Es kann aber auch Situationen geben, in denen die Beinpresse mehr Sinn macht. 

 

Beispiel: Ein plyometrisches Sprungkrafttraining hat hohe Anforderungen an die Koordination. In einem solchen Trainingsplan kann die Beinpresse einen Platz finden, weil die Übung auch nach anspruchsvollen Sätzen ein effektives Training der Maximalkraft ermöglicht.

  Vorteile Nachteile
 Kniebeuge

 - spricht zahlreiche Muskeln der unteren Extremität an

- Sprung-ähnliche Bewegung wird trainiert

- ungeführte Bewegung

- technisch anspruchsvoll

- höheres Verletzungsrisiko bei unsauberer Ausführung

- Anleitung notwendig

Beinpresse

- leicht durchzuführen

- große Gewichte können bewegt werden

- Maximalkrafttraining auch in leicht ermüdetem Zustand

- geführte Bewegung

- koordinative Komponente vernachlässigt

- Belastung für die Lendenwirbelsäule

Im Sprungkrafttraining

Für das reine Sprungkrafttraining sind beide Übungen alleine nicht ausreichend. Deshalb muss man sich immer die Frage stellen, wie die jeweilige Übung in den Trainingsplan passt.

 

Ich mache meistens nach einer plyometrischen Einheit mit der Plyobox noch einige Sätze an der Beinpresse, um die letzten Prozente aus meinen Beinen zu kitzeln. Wer in seinem Sprungkrafttraining weniger auf plyometrische Übungen setzt und eher an seiner Maximalkraft arbeiten will, profitiert von der Kniebeuge deutlich stärker.

Fazit

Auch wenn die Beinpresse nicht den besten Ruf genießt, hat sie neben den Kniebeugen ihre Daseinsberechtigung. Sie ist eine gute Ergänzung zu einem bestehenden Trainingsprogramm. Die Kniebeuge hingegen ist eine der Grundübungen im Fitnessbereich. Sie trainiert das Zusammenspiel von großen Muskelgruppen und sollte in keinem reinen auf Maximalkraft ausgerichteten Programm fehlen. Zudem bietet sie zahlreiche Variationen (Frontkniebeuge, Hackenschmidt, einbeinig etc.), was das Training abwechslungsreicher machen kann.

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