Welchen Einfluss haben die Arme auf die Sprungkraft?

Wer seine Sprungkraft steigern will, wird häufig beginnen die Beine zu trainieren. Ein Ansatz der sicherlich nicht falsch ist, aber einen wichtigen Beitrag zur maximalen Sprunghöhe außer Acht lässt. In diesem Post möchte ich euch zeigen, welchen Einfluss eure Arme auf die Sprungkraft haben.

Es gibt verschiedene Vorstellung darüber, zu welchen Anteilen die verschiedenen Muskelgruppen zur Sprungkraft beitragen. Der größte Teil liegt in den Beinen. Weshalb man hier auch zu erst ansetzten sollte, wenn man sich verbessern will.

 

Ich persönlich würde den Anteil der Beine auf 65 Prozent beziffern. Wobei 50 Prozent aus den Oberschenkeln und der Hüfte und 15 Prozent aus den Waden kommen. Die übrigen 35 Prozent teilen sich auf den Körperkern, also Bauch und Rücken, sowie den Schultergürtel und die Arme auf. Der Core kommt auf 15 Prozent und die Arme/Schultern 20 Prozent.

Bei einer Sprunghöhe von 100 cm stammen meiner Rechnung nach als 20 cm vom Einsatz der Arme. Genug, um im Training sein Augenmerk auch auf die Arme zu legen. Ihr könnt das ganz leicht überprüfen, indem ihr einen einfachen Box-Jump ausführt und dabei einen Medizinball in die Hände nehmt. Dadurch könnt ihr die Arme nicht für den Sprung einsetzen, wodurch sich der Sprung schwieriger gestaltet.

Die Arme im Srpung

Während des Sprungvorgangs holt ihr mit euren Armen Schwung. Dabei werden sie aus einer Position hinter dem Rücken in einem Bogen von 240° bis 270° über den Kopf geführt. An dieser Bewegung sind sämtliche Muskeln des Schultergürtels beteiligt. Je besser ihr eure Arme in dieser Bewegung beschleunigen könnte, umso stärker wird der Effekt sein.

 

Physikalisch gesehen, erzeugt ihr mit euren Armen eine nach oben gerichtete Kraft, also in die Richtung eures Sprungs. Diese Kraft sorgt dafür, dass ihr weniger Kraft aus den Beinen entwickeln müsst, um die Schwerkraft zu überwinden.

 

Berechneter Anteil der Arme an Sprungkraft Beispiel:

  • Ein Basketballer mit 80 kg Masse übt auf den Untergrund eine Gewichtskraft (F = m * g) von 785 N.
  • Um die nach unten gerichtete Schwerkraft/Gewichtskraft zu überwinden, muss mindestens der gleiche Betrag einer in die entgegengesetzte Richtung wirkende Kraft aufgebracht werden.
  • Der Anteil der Arme entspricht dabei 157 N. Dabei springt ihr aber noch nicht hoch, sondern überwindet lediglich für einen kurzen Moment eure eigene Gewichtskraft.
  • Wenn ihr 100 cm hoch springen wollt, müsst ihr bei einem Gewicht von 80 kg eine Kraft von 4709 N entwickeln. Dies entspricht dem sechsfachen der Gewichtskraft, wenn ihr vor dem Absprung 20 cm in die Knie geht. Nach der Formel F = (h+s)/s * g * m (s = Strecke in die Knie, h = Sprunghöhe, g = Erdbeschleunigung, m = Masse)
  • Der Anteil der Arme beträgt dabei 942 N.

Dieses kleine Rechenbeispiel zeigt, dass die Arme einen hohen Anteil leisten, denn man ohne Training kaum bewältigen kann. Das Training des Schultergürtels macht also Sinn. Dabei sind Übungen am besten geeignet, die die Schwungbewegung der Arme beim Sprung nachempfinden. Dazu aber mehr in einem zukünftigen Post.

 

Bedenkt bitte auch, dass nicht nur die Kraft, die ihr aufbringen könnt entscheidend ist. Ein Sprung ist eine koordinativ aufwendige Übung. Ihr müsst die Kraft auch im richtigen Moment freisetzten können. Die Technik ist also auch entscheidend.

 

Habt ihr Fragen, Tipps oder Anregungen, dann hinterlasst einen kurzen Kommentar. 

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